Inkontinenz / Schließmuskelschwäche

Bei einer Schließmuskelschwäche können Stuhl, Winde und Schleim nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden. Auch ist es nicht möglich, Winde und Stuhl sicher zu unterscheiden. Meist stellt sich eine solche Schließmuskelschwäche langsam ein und wird lange Zeit überhaupt nicht bemerkt. Bei einem geformten, festen Stuhl hat nämlich auch ein schwacher Schließmuskel keine größeren Schwierigkeiten, seine Funktion zu erfüllen.

Symptome:

  • Verschmutzte Wäsche
  • Jucken, Brennen, Nässen
  • Geruchsbelästigungen
  • Ungewollter Stuhlabgang

Entstehung:

  • Altersbedingte Gewebelockerung mit Verminderung der Schließmuskelmasse
  • Langjährige Stuhlverstopfung mit starkem Pressen
  • schwere Geburten mit Dammriss
  • Operationen
  • Verletzungen

Therapie:

Häufig läßt sich die Schließmuskelschwäche durch Schließmuskeltraining und Beckenbodengymnastik vollständig beheben. Der Schließmuskel lässt sich wie jeder andere Muskel trainieren, wobei ein tägliches Training erforderlich ist. Als zusätzlich unterstützende Maßnahme des Schließmuskeltrainings und der Beckenbodengymnastik bietet sich das Biofeedback-Training an. Hierbei handelt es sich um aktive Muskelübungen, die optisch auf einem Bildschirm dargestellt werden. Der Vorteil dieser Trainingsmethode besteht darin, daß zu erkennen ist, ob das Training richtig durchgeführt wird und mit der Zeit zu einer Besserung führt.

Operative Maßnahmen:

Wenn durch die oben genannten Behandlungsmaßnahmen kein Erfolg zu erreichen ist, kommen operative Methoden in Frage. Durch eine elektrische Stimulation der den Schließmuskel versorgenden Sakralnerven („SNS“) kann in vielen Fällen die Schließmuskelschwäche vollständig beseitigt werden. In Düsseldorf wurde diese OP-Technik erstmalig durch Dr. Pakravan im November 2006 angewendet.

Bei Patienten, die für diese OP-Technik nicht geeignet sind, kann ein künstlicher magnetischer Schließmuskel eingesetzt werden. Diese Operation wurde 2012 erstmals in Deutschland durch Dr. Pakravan durchgeführt; das CPZ hat nach der Universität Nantes (Frankreich) europaweit die zweitgrößte Anzahl an Magnetischen Schließmuskeln eingesetzt.